Fette & Schmierstoffe kaufen

Fett wird dort eingesetzt, wo Öl nicht bleibt: an Lagern, Gelenken und Gleitflächen, die offen liegen oder nur abgedichtet sind. Die Auswahl läuft über zwei Angaben - die **NLGI-Klasse** für die Konsistenz und die **Kennzeichnung nach DIN 51502** für Einsatzbereich und Temperatur.

  • **NLGI 2** ist die Standardkonsistenz für Wälzlager und Zentralschmieranlagen
  • **DIN 51502** verschlüsselt Anwendung, Grundöl, Temperaturbereich und Wasserbeständigkeit
  • Hochtemperatur-, Wälzlager-, Haft- und Mehrzweckfette im Sortiment
  • Kartusche für die Presse, Dose für die Werkbank, Eimer und Fass für den Betrieb

Was die NLGI-Klasse sagt und was nicht

Die NLGI-Klasse beschreibt die Konsistenz, also die Steifheit des Fettes: NLGI 0 ist fast fließfähig, NLGI 2 der Standard für Wälzlager, NLGI 3 fester. Sie sagt nichts über die Temperaturbeständigkeit oder das Grundöl.

Praktisch wichtig ist die Klasse dort, wo das Fett gefördert werden muss: Zentralschmieranlagen und lange Schmierleitungen brauchen ein weicheres Fett (oft NLGI 0 oder 1), weil ein NLGI 2 in der Leitung stehen bleibt. Umgekehrt läuft ein zu weiches Fett aus einem offenen Lager heraus.

DIN 51502 lesen

Der Kurzcode wirkt kryptisch und ist in einer Minute zu entschlüsseln. Ein Beispiel: **K2K-30** heißt Fett für Wälz- und Gleitlager (K), Konsistenz NLGI 2, obere Gebrauchstemperatur bis 120 °C mit Wasserbeständigkeit in der zweiten Stufe (K), unterste Gebrauchstemperatur -30 °C.

Die Buchstabengruppen stehen also für Anwendung, Konsistenz, Temperatur- und Wasserverhalten. Damit lassen sich zwei Fette direkt vergleichen, ohne die Produktnamen zu kennen - und das ist der Grund, warum diese Angabe auf jeder ordentlichen Kartusche steht.

Welches Fett wofür

  • **Mehrzweckfett** (meist Lithiumseife, NLGI 2) - Gelenke, Bolzen, allgemeine Schmierstellen
  • **Wälzlagerfett** - für hohe Drehzahlen und Dauerlauf, oft mit engerem Temperaturfenster
  • **Hochtemperaturfett** - Radlager, Bremsbereich, Anwendungen über 150 °C, häufig auf Basis von Komplexseifen
  • **Haftfett und Kettenfett** - bleibt auf offenen Ketten, Seilen und Zahnkränzen, meist aus der Spraydose
  • **Wasserbeständige Fette** - Bootstrailer, Landtechnik, alles was regelmäßig gewaschen wird

Für Radlager gilt die Herstellervorgabe: die Temperatur- und Drehzahlbelastung dort ist höher, als ein Mehrzweckfett verträgt.

Mischen und Nachschmieren

Fette mit unterschiedlichen Verdickern lassen sich nicht beliebig mischen: Lithium- und Calciumseifen sind meist verträglich, eine Mischung von Lithium mit Polyharnstoff oder Natriumseife kann dagegen weich werden und aus dem Lager laufen. Beim Wechsel der Sorte das Lager reinigen, nicht einfach nachpressen.

Und mehr ist nicht besser: ein zu voll gepacktes Wälzlager walkt das Fett, das dabei erhitzt und schneller altert. Etwa ein Drittel bis die Hälfte des freien Raumes ist die übliche Regel.

Für Werkstatt und Betrieb führen wir die gängigen Sorten im Eimer und im Fass; größere Mengen auf Anfrage.

Häufige Fragen

Was bedeutet NLGI 2?

Eine Konsistenzklasse: NLGI 2 ist die Standardsteifigkeit für Wälzlager, NLGI 0 und 1 sind weicher (für Zentralschmieranlagen und lange Leitungen), NLGI 3 ist fester. Über Temperaturbeständigkeit sagt die Zahl nichts.

Welches Fett brauche ich für Radlager?

Ein Hochtemperaturfett nach Herstellervorgabe. Radlager erreichen Temperaturen und Drehzahlen, für die ein einfaches Mehrzweckfett nicht ausgelegt ist - dort läuft es aus und das Lager läuft trocken.

Darf man verschiedene Fette mischen?

Nur mit Vorsicht. Es kommt auf den Verdicker an: Lithium und Calcium sind meist verträglich, Mischungen mit Polyharnstoff oder Natriumseife können weich werden und aus dem Lager laufen. Beim Sortenwechsel besser reinigen als nachpressen.

Gehört Kupferpaste an die Bremse?

An Führungen und Rückseiten der Beläge wird üblicherweise ein spezielles Bremsenmontagefett verwendet, nicht jede Kupferpaste - und niemals etwas auf Reibflächen oder Bremsscheiben. Achten Sie auf ein Produkt, das ausdrücklich für Bremsenmontage vorgesehen und ABS-verträglich ist.

Wie viel Fett gehört in ein Wälzlager?

Etwa ein Drittel bis die Hälfte des freien Raumes. Ein überfülltes Lager walkt das Fett, es erhitzt sich und altert schneller - mehr Fett verlängert die Standzeit also nicht, sondern verkürzt sie.