Motoröl wechseln: Schritt für Schritt

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Ein Ölwechsel dauert an einem gut zugänglichen Pkw etwa eine Stunde und folgt immer derselben Reihenfolge: Motor warmfahren, Fahrzeug sicher anheben, Öl ablassen, Ölfilter und Dichtring erneuern, neues Öl einfüllen, Ölstand kontrollieren, Serviceanzeige zurücksetzen und das Altöl zurückgeben. Die Mengen, Drehmomente und die vorgeschriebene Ölspezifikation stehen im Handbuch des Fahrzeugs und sind der einzige Teil, der sich von Auto zu Auto unterscheidet.

Was Sie vorher bereitlegen

Der häufigste Grund für einen abgebrochenen Ölwechsel ist eine fehlende Kleinigkeit, meist der Dichtring der Ablassschraube. Legen Sie alles vor dem ersten Handgriff bereit:

  • Motoröl in der vorgeschriebenen Spezifikation und Menge, plus etwas Reserve zum Nachfüllen. Die passenden Gebinde finden Sie im Motoröl-Sortiment.
  • Neuer Ölfilter und, je nach Bauart, der zugehörige Dichtungssatz. Filter gibt es in der Filter-Kategorie.
  • Neuer Dichtring für die Ablassschraube. Der alte ist verformt und dichtet nicht zuverlässig nach.
  • Auffangwanne mit mehr Volumen als die Füllmenge, Trichter, Handschuhe, Lappen und ein Ölbindemittel für den Fall der Fälle.
  • Nuss oder Ringschlüssel für die Ablassschraube, Ölfilterschlüssel oder die passende Nuss für den Gehäusedeckel, Drehmomentschlüssel.
  • Sichere Auffahrrampen oder Unterstellböcke. Ein Wagenheber allein trägt ein Fahrzeug nicht, unter dem gearbeitet wird.

Motor warmfahren, aber nicht kochend heiß

Warmes Öl ist dünnflüssiger, läuft schneller und vollständiger ab und nimmt Schwebstoffe mit, die sich im kalten Zustand längst in der Ölwanne abgesetzt haben. Zehn bis fünfzehn Minuten Fahrt oder eine erreichte Betriebstemperatur genügen. Direkt nach einer Autobahnfahrt ist das Öl dagegen so heiß, dass eine gelöste Ablassschraube zu Verbrühungen führt. Lassen Sie den Motor in diesem Fall einige Minuten stehen und tragen Sie Handschuhe.

Fahrzeug sicher anheben

Arbeiten Sie auf ebenem, festem Untergrund und sichern Sie das Fahrzeug gegen Wegrollen. Rampen sind für einen Ölwechsel meist die einfachste Lösung, weil das Auto waagerecht bleibt und die Ölwanne trotzdem zugänglich ist. Viele moderne Fahrzeuge haben eine Motorraumverkleidung, die erst abgeschraubt werden muss; die Clips brechen leicht, deshalb lohnt sich hier Geduld statt Kraft.

Öl ablassen

  1. Öleinfülldeckel oben abnehmen, damit Luft nachströmen kann und das Öl gleichmäßig läuft.
  2. Auffangwanne unter die Ablassschraube stellen, dabei den Strahl einplanen: er springt beim Lösen zunächst weit zur Seite.
  3. Ablassschraube lösen und die letzte Umdrehung von Hand machen. Öl vollständig auslaufen lassen, das dauert mehrere Minuten.
  4. Dichtring erneuern, Schraube und Dichtfläche säubern und die Schraube mit dem im Handbuch angegebenen Drehmoment anziehen. Überdrehen beschädigt das Gewinde in der Ölwanne, und das ist eine teure Reparatur.

Absaugen über das Peilstabrohr ist bei vielen Motoren vom Hersteller ausdrücklich vorgesehen und in der Werkstatt Standard, weil das Fahrzeug nicht angehoben werden muss. Bei Motoren mit gekrümmtem Peilstabrohr oder ohne Peilstab funktioniert es nicht, und es erreicht den Bodensatz der Ölwanne nicht immer. Wenn der Hersteller beide Wege zulässt, sind beide in Ordnung.

Ölfilter wechseln

Der Filter wird bei jedem Ölwechsel getauscht, nicht bei jedem zweiten. Es gibt zwei Bauarten. Der Anschraubfilter ist eine geschlossene Dose mit eigener Dichtung; die Dichtung wird vor dem Einbau dünn mit frischem Öl benetzt und der Filter dann von Hand angezogen, nicht mit dem Filterschlüssel. Der Filtereinsatz sitzt in einem Gehäuse im Motorraum, wird zusammen mit allen O-Ringen aus dem Satz ersetzt und hat am Gehäusedeckel ein vorgeschriebenes Drehmoment. In beiden Fällen gilt: alte Dichtung suchen und entfernen, bevor die neue aufgelegt wird. Zwei übereinanderliegende Dichtringe sind die klassische Ursache für einen Ölverlust kurz nach dem Service.

Neues Öl einfüllen

Füllen Sie zunächst etwa 80 Prozent der angegebenen Menge ein und lassen Sie den Rest offen. Danach den Motor starten: die Öldruckkontrollleuchte muss innerhalb weniger Sekunden erlöschen. Motor kurz laufen lassen, abstellen und einige Minuten warten, bis das Öl in die Ölwanne zurückgelaufen ist. Erst dann wird nachgefüllt, bis der Stand zwischen Minimum und Maximum liegt, eher in der oberen Hälfte. Zu viel Öl ist kein Sicherheitspuffer: die Kurbelwelle schlägt in den Ölsumpf, das Öl schäumt, und der Überschuss kann über die Kurbelgehäuseentlüftung in den Ansaugtrakt und in den Partikelfilter gelangen.

Ölstand richtig prüfen

Gemessen wird auf waagerechtem Untergrund bei abgestelltem Motor. Fahrzeuge mit elektronischer Ölstandsmessung verlangen dafür eine bestimmte Öltemperatur und melden den Wert erst nach einer Wartezeit im Bordmenü. Kontrollieren Sie den Stand nach der ersten Fahrt noch einmal und werfen Sie einen Blick unter das Auto: kleine Tropfen an Ablassschraube oder Filtergehäuse zeigen sich sofort.

Serviceanzeige und Dokumentation

Setzen Sie die Intervallanzeige zurück, sonst rechnet das Fahrzeug mit dem alten Ölalter weiter. Notieren Sie Datum, Kilometerstand, verwendetes Öl und dessen Freigabe. Für Werkstätten ist das ohnehin Pflichtprogramm, für Privatfahrzeuge ist es der Nachweis, der beim Verkauf und bei Kulanzfragen zählt.

Altöl richtig entsorgen

Altöl gehört weder in den Hausmüll noch in die Kanalisation. Wer Motoröl verkauft, muss Altöl in der Menge kostenlos zurücknehmen, die er verkauft hat; der Kaufbeleg ist dafür der Nachweis. Das gilt auch für den gebrauchten Ölfilter und für ölverschmierte Lappen, die als ölhaltiger Abfall zählen. Wie die Rückgabe bei uns abläuft, steht auf der Seite Altölentsorgung.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Ölwechsel?

An einem gut zugänglichen Pkw etwa eine Stunde, davon geht ein großer Teil für das vollständige Ablaufen des Öls und die Kontrolle danach drauf. Eine Verkleidung unter dem Motor oder ein schwer erreichbares Filtergehäuse verlängern die Arbeit.

Muss der Ölfilter bei jedem Ölwechsel mit gewechselt werden?

Ja. Die Wartungspläne der Hersteller sehen den Filterwechsel zusammen mit dem Ölwechsel vor. Ein gebrauchter Filter enthält Rückstände und verliert Filterleistung, und sein Bypassventil öffnet früher.

Soll das Öl warm oder kalt abgelassen werden?

Warm. Betriebswarmes Öl läuft schneller und vollständiger ab und nimmt Schwebstoffe mit. Direkt nach längerer Volllast ist es allerdings so heiß, dass eine kurze Abkühlzeit sinnvoll ist.

Ist eine Motorspülung vor dem Ölwechsel nötig?

Bei regelmäßig gewartetem Motor nicht. Sie ist ein Sonderfall für stark verschlammte Motoren und wird von den meisten Herstellern nicht vorgeschrieben; gelöste Ablagerungen können dabei Ölkanäle zusetzen.

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